Sich illegal das Geld anderer anzueignen, ist für einige Menschen immer noch eine verlockende Aussicht. Beliebtes Mittel dabei: Ihre Debit- und/oder Kreditkarte. Welche Schutzmaßnahmen Sie beachten sollten und was Sie unternehmen müssen, wenn Sie Opfer eines Kartenbetruges wurden, finden Sie hier.
Das Wichtigste in Kürze:
Mit einer Karte ist das Bezahlen angenehm. Gerade im Ausland und beim Online-Shopping ist sie aufgrund ihrer hohen Akzeptanz oft das Mittel der Wahl.
Sie ist auch oft das Ziel von Betrügern, obwohl die Sicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter verbessert wurden. So ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung mittlerweile Standard bei Online-Zahlungen.
Dennoch gelingt es Kriminellen immer wieder, an Ihr Geld zu kommen. Blicken wir daher zunächst auf die häufigsten Betrugsmaschen.
Skimming
Betrüger installieren versteckte Geräte an Geldautomaten oder Verkaufsstellen, um die Magnetstreifen auszulesen. Die PIN holen sie sich, indem sie eine kleine Kamera installieren oder die Eingabe-Pads manipulieren, sodass die von Ihnen eingegebenen Zahlen notiert werden. Anschließend werden Kopien der Karte erstellt.
Dieser Trick funktioniert seit 2011 zumindest in großen Teilen Europas nicht mehr. Im SEPA-Raum werden die Kartendaten vom Kassenterminal oder dem Geldautomaten über den Chip auf der Karte ausgelesen, der – anders als der Magnetstreifen – nicht kopiert werden kann.
Dennoch ist Vorsicht geboten: In einigen Ländern gibt es sehr wohl noch Geldautomaten, die den Magnetstreifen auslesen. Dort können Betrüger zumindest versuchen, an Ihr Geld zu kommen.
Phishing
Beim Phishing versuchen Kriminelle, an Ihre Kartendaten zu gelangen – vor allem an die Kartennummer und den CVV/CVC-Code auf der Rückseite. Das geschieht meist auf zwei Wegen: Entweder durch Trickbetrug, durch den Sie die Daten selbst verraten, oder indem die Betrüger Datenbanken kompromittieren, in denen die Informationen abgespeichert sind.
Sie denken, Sie verraten Ihre Daten nicht. Das kann schneller passieren, als Sie denken – beispielsweise durch
Mit diesen Methoden werden jedes Jahr viele Menschen um ihr Geld gebracht. Häufig wird dabei Stress erzeugt, der sie zu unüberlegtem Handeln nötigt. Selbst Stimmen und Schreibstile von vermeintlichen Familienmitgliedern kommen zum Einsatz. Diese werden mittels künstlicher Intelligenz imitiert.
Verlust oder Diebstahl
Auch mit einer verlorenen oder gestohlenen Karte können Betrüger etwas anfangen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Händler die PIN nicht abfragt oder in seinem Online-Shop – auf eigenes Risiko – auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung verzichtet. Fahrlässig ist es zudem, wenn PIN/Code zusammen mit der Karte gestohlen werden konnten oder verloren gegangen sind. PIN/Code und Karte sollten nie zusammen aufbewahrt werden!
Was können Sie tun, um sich vor Kartenbetrug zu schützen? Folgende Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie ergreifen:
Karten umgehend sperren lassen
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen vom Urlaub erholt wieder entspannt zu Hause und schauen in Ihr DolomitenBanking oder blättern durch Ihre Kontoauszüge. Plötzlich bemerken Sie hohe Ausgaben in einem Geschäft, in dem Sie nie waren. Handelt es sich um einen Kartenbetrug? Was sollten Sie jetzt tun?
Rufen Sie umgehend den Sperr-Notruf Ihrer Karte an und lassen Sie Ihre Karte sperren. Sie bei falschem Verdacht entsperren zu lassen, ist vielleicht mühselig, aber immer noch besser als den Tätern mehr Zeit für den Missbrauch Ihrer Karte zu geben. Sie können auch direkt die DolomitenBank anrufen.
Für das Sperren brauchen Sie Ihre IBAN oder Kontonummer plus Bankleitzahl.
Bestätigung ausstellen lassen
Lassen Sie sich Ihre Meldung schriftlich bestätigen, z.B. per E-Mail, damit Sie nachweisen können, wann Sie die Debit-/Kreditkarte haben sperren lassen.
Ebenfalls empfehlen wir Ihnen, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, wenn Sie davon ausgehen, dass Ihre Karte gestohlen wurde.
Rückbuchung veranlassen
Sollten Sie unberechtigte Abbuchungen auf Ihrem Konto feststellen, können Sie diese über das Chargeback-Verfahren zurückholen. Das Verfahren hilft Ihnen dabei, Ihr Geld zurückzubekommen, wenn Sie betrogen wurden oder bestellte Waren nicht geliefert wurde. Dazu müssen Sie das entsprechende Formular bei der DolomitenBank, von der Sie die Kreditkarte erhalten haben, ausfüllen. Diese tritt dann mit dem Anbieter Ihrer Kreditkarte in Kontakt und versucht, das Geld von der Bank der Täter zurückzubekommen.
Ihre Karte können Sie kostenfrei sperren lassen. Für eine Ersatzkarte können jedoch Kosten anfallen. Für Schäden, die nach der Sperre entstehen, haftet der Kartenanbieter. Jedoch dürfen Sie den Schaden nicht absichtlich herbeigeführt, grob fahrlässig oder sogar selbst in betrügerischer Absicht gehandelt haben.
Um Ihre Karte zu sperren, rufen Sie den Sperr-Notruf Ihrer Karte an. Kontaktieren Sie zudem nach Möglichkeit auch direkt die DolomitenBank.
Ihre Karte können Sie kostenfrei sperren lassen. Für eine Ersatzkarte können jedoch Kosten anfallen.
Achtung: Die Sperre wirkt jedoch nicht für kontaktlose Kleinbetragszahlungen (= NFC-Funktion) ohne Eingabe des persönlichen Codes. Kleinbetragszahlungen sind auch nach der Sperre bis zum Betrag von maximal EUR 125,00 weiterhin möglich.
In der Regel haben Kunden bis zu 2 Monate nach Erhalt des Kontoauszugs Zeit, Umsätze zu reklamieren. Wenden Sie sich direkt an Ihren Kundenbetreuer oder den Kartenanbieter, um genaue Informationen zu erhalten.